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    Therapiebericht von Alberto Kästner

    Dies ist ein Versuch das Krankheitsbild des Scleroedema adultorum Buschke als Therapeut so zu beschreiben, dass Kollegen eventuell in der Lage sind, bei einem Patienten diese Erkrankung zu diagnostizieren und einen Verdacht gegenüber ihm bzw. einem Arzt zu äussern.

    Unbewusst beschäftige ich mich mit diesem Krankheitsbild bei Hildegard Nader schon seit 1985. Die damaligen Beschwerdebilder waren: Chronische Rückenbeschwerden, besonders im LW- und HW-Bereich.
    Es wurden Fangopackungen und Massagen sowie Krankengymnastik verordnet. Die Behandlungen erfolgten in der akuteren Phase immer 3 x wöchentlich. Es gab Erleichterungen zu vermelden, die allerdings nur von kurzer Dauer waren. Typisch war hier der sogenannte „Stiernacken“ als kompakte, in sich nicht bewegliche Masse zu ertasten. Die Randgebiete deuteten einen starken Hartspann in der Muskulatur an. Auch im LWS-Bereich war der Hartspann sehr hoch.
    Später kamen als Behandlungsmaßnahme noch Ganzkörperlymphdrainagen dazu, weil die Ärzte annahmen, es seien Ödeme vorhanden. Das Beschwerdebild steigerte sich insofern, dass die Muskelspannungen unerträglich schmerzhaft wurden. Die Patientin hatte das Gefühl einen Panzer um sich herum aufzubauen, der sie in der Bewegung behinderte.
    Eine Abduktionsstellung der Arme (bedingt durch das Wachstum dieser sogenannten Verhärtungen) wurde beobachtet..

    Nach vielen Rückschlägen und Hartnäckigkeiten unsererseits setzte die Patientin durch, dass eine Gewebeprobe entnommen wurde. Die Ärzte ließen nicht von der Meinung ab es seien Ödeme (!) bis diese Gewebeprobe dann endlich (1997) zeigte, dass es sich um o.g. Krankheit handelte.

    Wir änderten insofern die Therapie, dass die manuelle Lymphdrainage auf tägliche Behandlungen hin intensiviert wurde und wir erarbeiteten eine Kombination aus MLD-BGM und Massage um die Lockerung dieser Hautgebilde zu erreichen.

    Im Jahre1999 hatte ich das seltene Glück einen zweiten Patienten mit diesem Krankheitsbild zu bekommen. Lothar Jonas hat zwar das gleiche Krankheitsbild, es stellt sich aber ganz anders dar als bei H. Nader. Bei ihm wurde das Krankheitsbild durch Zufall diagnostiziert, da er sich im Krankenhaus wegen einen BS-Prolapses befand. Er wurde konservativ behandelt, man „stolperte“ aber über den Hartspann des Gewebes am Körper und nach langem Hin und Her entnahm man auch hier eine Gewebeprobe. Ich gehe nachher noch auf die Befunderhebung ein.

    Bei beiden Patienten mache ich zur Zeit die gleiche Therapie, d.h. es erfolgt eine Kombination aus Lymphdrainage und pneumatischer Pulsationstherapie –PPT - (Pneumatron®) - hier besonders an den Armen und am Rücken. Ich ersetzte durch die pneumatische Pulsationstherapie die Bindegewebsmassage, da die Wirkung deutlicher erscheint und für die Patienten auf Dauer eher zu ertragen ist. Durch die täglichen Behandlungen wird die BGM fast zu Qual - nicht nur für den Patienten sondern auch für den Behandler. Die Gewebeschmerzen sind zu intensiv.

    Tastbefund: Bei beiden lässt sich eine Hautfalte nicht abheben - egal wo. Bei H. Nader hat man beim Handauflegen das Gefühl, dass das Gewebe weich ist, aber nur sehr, sehr oberflächlich. Tastet man sich tiefer, spürt man Verhärtungen, die auf dem Muskel liegen. Diese sind etwas auf der Stelle zu bewegen. An manchen Stellen, besonders an den Oberarmen, stellt man das typische Bild des Matratzenphänomens fest. Das Gewebe ist in sich mitunter sehr schmerzhaft.
    Bei L. Jonas fühlt sich die Haut nicht weich an, sondern eher hart und unnachgiebig. Das Gewebe ist sehr fest und man spürt knapp unter der Haut diese Indurationen, die zum Teil handtellergroß und abgegrenzt sind, kaum verschiebbar, nicht abhebbar. Auch hier ist es unmöglich eine Hautfalte zu bilden.

    Alberto Kästner




    © Scleroedema.de - letzte Aktualisierung: 30.08.2018